Geschichte

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Geschichte und Brauchtum der Hoammelbescher Kerwe
(ein kurzer Abriss von Kerwepfr. a.D. Markus Röth)

Die Hammelbacher Kerwe, die um den 26. September gefeiert wird, hat ihren Ursprung notwendiger Weise mit der Kirchweih der ev.-reformierten Kirche, die am 26. September 1802 eingeweiht wurde. Dies ist der Anlass den eigentlichen gemeinsamen Ursprung von Kerwe und Kirchweih etwas näher zu beleuchten. Im Grundstein der Kirche heisst es:

Im
Jahr Christi 1802, den 7ten April
wurde der Grundstein zu dieser ev
rev. Kirche hier unten bei versammelten
Gemeinden und der Schulkinder mit ihren
Lehrern gelegt und von dem
dermaligen Pfarrer Gottier eine Rede gehalten
den 2ten Juli wurde sie aufgeschlagen und
den 26ten September dieses Jahres von dem Pfarrer
Gottier zum öffentlichen Gebrauche der ev.
ref. Gemeinde zu Hammelbach u. Grasellen
-Bach feierlich eingeweihet und ihrer
Psalm 100 V(ers) 2 und 4 geprediget.
Der alleinige Bauherr dieser Kirche ist die ev.
ref. Kirchengemeinde zu Hammelbach u Grasellenbach
welche die Erbauung ihrem nachgenannten Pfarrer und Kichenvorstande uneingeschränkt übertragen hat:
(nachfolgend erfolgt die Aufzählung des Pfarrers und der Kirchenvorstände)

Allgütiger
Lass dieses Haus eine Stätte sein wo
Deine Ehre wohnet.

Damit ist der Kirchweihtag ein für alle mal - solange diese Kirche währt - belegt.
Es gab aber auch schon vor dieser Zeit “Kerwe” in Hammelbach. Gehen wir kurz zurück in die Gesichte. In vorreformatorischer Zeit existierte die gotische Kapelle auf dem Friedhof. Jedoch ist über die ”Kirchweihe” oder Kerwe aus dieser Zeit nichts bekannt. Später in Zeiten als die Kirchengüter durch den Herrschaftswechsel in der Kurpfalz an die Katholiken fielen (1705) bauten die Hammelbacher Reformierten um 1712 eine Holzkirche, um nicht nach Wald-Michelbach laufen zu müssen. 1743 wurde dann eine eigene Kirchengemeinde gegründet. Bereits 1746 gibt es über die Hammelbacher “Kirben” Urkunden, wobei das Kerwebrauchtum der ”Churpfälzer” älteren Ursprungs ist.

gDaß bey der Hammelbacher Kirben gefallene Stadt gelt drey G (ulden) 52 Kr(euzer) ist mit 30 Kr(euzer) an markt Hütter bezahlt worden undt der rest verzehrt wordten. Wirdt von gerichts wegen hiermit attestiert.
Hammelbach den 20 ten May 1746

Barthel Emich
Gerichtsbürgermeiyster”